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Internationales Symposium für Zoonosenforschung 2014 in Berlin

Erstmals fand das Nationale Symposium für Zoonosenforschung als internationale Veranstaltung statt. In Zusammenarbeit mit der 7th International Conference on Emerging Zoonoses bot die Veranstaltung vom 16. bis 17. Oktober mehr als 360 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus 34 Nationen ein vielfältiges und spannendes Programm.

Dr. Joachim Klein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) begrüßte die Teilnehmer*innen des Zoonosensymposiums im Namen der Bundesregierung und legte dar, wie wichtig eine stabile Zoonosenforschung für Deutschland ist. Er betonte den Nutzen interdisziplinärer Zusammenarbeit über Fach- und Ländergrenzen hinweg, um anwendungsorientiert zu neuen Erkenntnissen zu gelangen und den „One Health-Gedanken“ zu leben und zu stärken.


Ebola als aktuelle Herausforderung in der Zoonosenforschung 

Die aktuelle internationale Verbreitung von Ebola stellte einen wichtigen thematischen Schwerpunkt dar. Dr. Maximilian Gertler von Ärzte ohne Grenzen schilderte eindringlich die medizinische und soziale Lage in Westafrika auf Grundlage seiner eigenen Erfahrungen vor Ort. Dr. Fabian Leendertz (Robert Koch-Institut), dem im Rahmen des Zoonosensymposiums der diesjährige Preis der Akademie für Tiergesundheit überreicht wurde, stellte seine Forschungsergebnisse aus jahrelanger, intensiver Erreger- und Reservoirforschung in Westafrika vor. Seine Forschungsreise im Frühsommer 2014 brachte ihn mit dem Ebola-Ausbruch in Kontakt. Er begab sich auf die Suche nach dem Reservoirwirt in das Dorf, in dem der aktuelle Ausbruch seinen Anfang nahm.

Vielfalt in der Zoonosenforschung abgebildet
Auch andere Zoonosen fanden gebührend Beachtung: Dr. Nikos Vasilakis von der University of Texas entfachte mit seinem Vortrag zu Dengue-Fieber eine rege Fachdiskussion. Der Vortrag zum MERS-Coronavirus von Prof. Dr. Marion Koopmans von der Erasmus University in Rotterdam hob insbesondere die Bedeutung des Umgangs und kommerziellen Handels mit der potentiellen Reservoirspezies Dromedar hervor. Während Herr Prof. Dr. Jörg Hacker von der Leopoldina die breite Vielfalt der weltweiten Zoonosenerreger und der anthropozoonotischen Übertragung im Besonderen aufgriff, widmete sich Frau Prof. Dr. Petra Dersch (Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung) sich in ihrem Vortrag unter anderem der Rolle des Hausschweins bei der Übertragung von Yersinia enterocolitica.

Neben den Keynote-Vorträgen wurden an den beiden Tagen mehr als 60 Vorträge gehalten und über 200 Poster vorgestellt. Das Spektrum der Forschungsansätze reichte dabei von epidemiologischen Studien bis hin zu molekularbiologischen Forschungen, die Bandbreite der untersuchten Krankheitserreger von lokal auftretenden Erregern bis hin zu international bedeutsamen Epidemien. Viele der präsentierten Arbeiten waren das Produkt aus der Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen und Standorte mit entsprechend umfassender Bearbeitung des jeweiligen Themas. Auch in den Pausen fanden rege Diskussionen statt, insbesondere in Zusammenhang mit den präsentierten Postern.

Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses als fester Bestandteil des Symposiums

Als Teil der Nachwuchsförderung begann der zweite Tag mit dem alljährlichen „Young Scientist Breakfast“. Bei einem gemeinsamen Frühstück konnten Nachwuchswissenschaftler mit etablierten internationalen Wissenschaftlern über unterschiedliche Karriereoptionen diskutieren.
Am Ende des Symposiums wurden die Gewinner des diesjährigen Posterpreises geehrt: Annika Franke (1. Platz) und Hanan Sheik Ali (2. Platz), beide vom Friedrich-Loeffler-Institut, sowie Nicole de Buhr von der TiHo Hannover und Lucas Radosa von der Charité in Berlin (beide punktgleich auf dem 3. Platz).

Mitgliederversammlung der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen

Am Ende des 1. Tages fand die jährliche Versammlung der Mitglieder der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen statt. Neben Berichten über Workshops, Forschungsprojekte und andere Aktivitäten des vergangenen Geschäftsjahres wurden bis auf die bereits beim JSZM 2014 gewählte Nachwuchsvertreterin (Susanne Röhrs, Friedrich-Loeffler-Institut, Riems)die nicht gesetzten Mitglieder des Internen Beirats neu gewählt.


Abstractband
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